Lexikon

SSC und RACK

SSC – Safe, Sane, Consensual  

Sicherheit, geistige Gesundheit und Einvernehmlichkeit. 

Diese drei Grundsätze hat sich die Kink Community zu Eigen gemacht. Schon in den 60er Jahren als sich in den Stammtischen (genannt Munches) in der überwiegend schwulen Leather Szene San Franciscos die community bildete, stellten die Teilnehmer Regeln auf, um sich selbst und ihre Partner zu schützen. 

Sicherheit in jeder Form, das bedeutet ein sicherer Ort, sauberes Material, Kenntnis von dem was man tut und im schlimmsten Fall auch falsch machen kann, all diese Dinge sind wichtig im Umgang mit Menschen und im BDSM/Kink besonders. Dazu gehört auch die Wahl des Partners und die Information der Umgebung, z.B. auch durch Backup bei Dates oder Treffen.

Geistige und emotionale Gesundheit ist Voraussetzung für jede Interaktion, besonders aber in einem Bereich wo es so wichtig ist einander zu vertrauen wie im BDSM. Retraumatisierung von Misbrauchsopfern, Missbrauch im Allgemeinen ist unbedingt zu verhindern. Ein krankhafter Sadist ist nicht sicher für jemanden der sich erotisch unterwerfen möchte. Ein krankhaft submissiver oder traumatisierter Mensch stellt sowohl eine Gefahr für sich selbst als auch sein gegenüber dar. Dies an sich zeigt schon, dass es bei BDSM um mehr als nur Sex geht und das Kommunikation vor dem Erlebnis unumgänglich ist.

Einverständnis ist der Einfachste aber auch gleich kritischste Aspekt. Nein heißt Nein. Wer nicht einverstanden ist der darf nicht überredet werden. Wer nicht sicher ist oder geistig/emotional gesund, der kann auch kein wirkliches Einverständnis geben. 

Psychische Krankheit, geistige Behinderung, fehlende gesetzlicher Voraussetzung wie z.B. Nicht-Volljährig-sein SMJG, Alkohol oder Drogeneinfluss sind die wichtigsten hier zu nennenden Gründe, warum ein Mensch kein wirkliches Einverständnis geben kann. 

Wer sich nicht sicher ist, bleibt bei Nein. 

Wer die oben genannten Gründe nicht akzeptiert oder ignoriert macht sich strafbar und wird zum Täter an sich selbst und dem Gegenüber. 

Körperlicher und/oder psychischer Missbrauch ist anzuzeigen und Hilfe ist dringend notwendig

 Weisser Ring, Hotline

 RACK – RISK AWARE CONSNSUAL KINK

Risk aware consensual Kink ist ein Konzept was sich aus SSC entwickelt hat. 

Ohne SSC kein RACK.

Rack bedeutet BDSM bei dem sich alle Beteiligten der Risiken ihrer Aktionen bewusst sind und dieses Risiko auch bewusst eingehen. 

Ohne SSC vorher zu diskutieren und bei sich selbst und einander abzuklopfen, ist RACK nicht möglich. 

Wenn ich mir der Risiken bewusst bin und diese eingehe mit einem Partner der nicht sicher, nicht geistig/emotional gesund ist oder nicht in der Lage war frei zuzustimmen, dann bin ich nicht Lover, sondern Täter.

Risikobewusstsein setzt voraus, dass man sich mit dem was geplant ist, fachlich auseinandergesetzt hat, vorbereitet ist für Notfälle, z.B. Erste Hilfe Training und Ausrüstung (Link zu Smart Broschüre) und das man sich selbst im Notfall helfen kann oder jemand bereit steht um zu helfen. 

Dies muss vorher besprochen und organisiert werden. 

Dieses Wissen muss allen Beteiligten zur Verfügung stehen und alle Beteiligten müssen frei und in der Lage sein dem Geschehen zuzustimmen und, sollten sie in eine Situation kommen die dies erfordert, die Zustimmung auch zurücknehmen zu können.